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Kaninchen Handaufzucht

Für den Fall, dass Euch meine Beiträge geholfen haben sollten oder Ihr sonstige positive Bemerkungen dazu habt, würde ich mich sehr über einen Gästebucheintrag von Euch freuen. Bitte beachtet, dass dieser erst aktiv wird, nachdem ich diesen überprüft und freigeschaltet habe.

 

Vielen Dank!

 

 

 

 

 

Handaufzucht von Kaninchen Babies

 

Vorwort und Allgemeines:

Wer in Begriff ist sich für eine Handaufzucht zu entscheiden, sollte vorher wissen, dass dies kein Nebenjob, sondern eher gesagt ein 24 Stunden Job über einige Wochen ist. Umso mehr Familienmitglieder oder auch andere Personen mithelfen, umso besser ist es. Je älter die Kaninchen sind, umso eher besteht die Chance, dass sie es schaffen. Laut Fachliteratur ist vor einem Alter von 5-7 Tagen keine Aussicht auf Erfolg. Da ich diese ganze Prozedur allerdings schon einmal durchgemacht habe, darf ich an dieser Stelle sagen, dass es auch mit noch jüngeren Nachwuchs klappt, wenn man sich wirklich dahinter klemmt. Was ich Euch hier schreibe, kommt aus meinen eigenen Praxiserfahrungen. Deswegen möchte ich gleich mal vorab sagen, dass in Büchern oder auch auf anderen Internetseiten mit Sicherheit Abweichungen zu dem hier Geschriebenen zu bemerken sein wird.

Nest/Behausung:

Zunächst einmal brauchen die Kaninchenbabies einen warmen Platz. Zu empfehlen wäre eine kleine Box wenn möglich aus Holz oder Kunststoff, allerdings kein Karton. Mittlerweile gibt es in Zoofachgeschäften auch ziemlich kleine Tragekörbe, die eigentlich für Mäuse oder dergleichen gedacht sind. Ein Tragekorb ist aus diesem Grund von Vorteil, da Ihr später bestimmt auch mal mit den Kleinen unterwegs sein werdet. Eine Auswahl findet Ihr unter anderem bei www.zooplus.de unter Kleintiere Shop -> Spielzeug und Transport -> und dann einfach nach Transportboxen Ausschau halten

Diese Box stattet Ihr dann bitte mit Streu und Stroh so aus, sodass für die Kleinen ein richtiges Nest entsteht. Vielleicht habt Ihr auch noch ein bisschen ausgerupftes Fell von der Häsin, dass Ihr verwenden könnt. Bei mir war es damals so, dass die Häsin 2-3 Tage nach der Geburt verstorben ist. Somit hatte diese ja schon ein Nest für Ihre Jungen gebaut gehabt und diese auch dort geboren. Ich habe mir Dieses herausgehoben und eben in eine transportierbare Box gegeben. Bei einem einzigen Kaninchenbaby würde ich empfehlen die Box zusätzlich bei einer Wärmequelle aufzustellen (Heizung, Rotlicht, ....), aber Vorsicht! es sollte auch nicht zu warm sein! Bei mehreren Babies sollte es in der Regel genügen, dass sich die Kleinen gegenseitig wärmen. Grundvoraussetzung ist natürlich die Haltung in der Wohnung mit angemessenen Temperaturen.

Hygiene:

Wenn dieser erste Schritt erstmal getan ist, könnt Ihr die Babies in das Nest legen. Bitte hier auch immer darauf achten, dass Eure Hände sauber sind. Die kleinen Babies haben noch keine Abwehrkräfte entwickelt und sollten deswegen nur mit parfümfreien, gewaschenen Händen angefasst werden. Diese Angelegenheit setzte ich allerdings bei gesundem Menschenverstand voraus.

Aufzuchtmilch:

An dieser Stelle wird es jetzt ziemlich wahrscheinlich einen Unterschied zur Fachliteratur geben. Nachdem ich allerdings einen guten Erfolg mit meiner Mischung hatte, möchte ich sie Euch nicht vorenthalten. Im Grunde genommen habe ich nur zwei Bestandteile für die Aufzuchtmilch hergenommen. Diese waren zum Einen eine sehr fettreiche Kondensmilch (bitte ungezuckert) und zum Zweiten einen 100%igen Karottensaft, ebenfalls ohne Zusätze und Zucker. Beim Karottensaft habe ich immer einen aus der Babyabteilung geholt, da man da ziemlich sicher davon ausgehen kann, dass keine Zusätze dabei sind. Zu welchen Anteilen ich die zwei Bestandteile vermischt habe, weiss ich nicht mehr genau, allerdings überwog der Anteil der Kondensmilch im Gegensatz zum Karottensaft (mind. 2/3 Kondensmilch). Im Laufe der Aufzucht kann man die Anteile auch etwas abändern. Wichtig ist nur, dass die kleinen Kaninchen am Anfang einen ziemlich hohen Fettanteil in der Aufzuchtmilch haben. Nachdem die Muttermilch der Häsin ja auch nicht kalt aus den Zitzen kommt, sollte das Ganze auch leicht erwärmt werden.

Füttern der Jungtiere:

Wenn die Milch soweit zubereitet ist nehmt Ihr Euch eine Spritzenkanüle (einfach mal bei Eurem Arzt, in der Apotheke oder direkt beim Tierarzt nachfragen) und zieht ein wenig von der Milch ein. Ganz wichtig ist hierbei, dass keine Luft drin ist. Wieviel Ihr den Kleinen geben müsst, werdet Ihr sehr schnell selbt merken (bei ganz Kleinen dürfte es bestimmt nicht mehr als 5ml sein, sicher bin ich mir dabei aber nicht mehr). Wenn das Kleine einen runden nicht mehr faltigen Bauch hat, sollte die Menge genügen. In den meisten Fällen merkt man es auch, wenn die Kleinen satt sind. Am Anfang kennt das Kaninchen Baby diese Art von Fütterung noch nicht. Aus diesem Grund sollte man es langsam daran gewöhnen. Nachdem man die Flüssigkeit aus der Kanüle ziemlich langsam herausdrücken muss, um nicht einen Schwall davon über das Kaninchen zu gießen, sollte man dies vorher ein paar Mal üben. Falls man das nicht im Griff hat, riskiert man unter Umständen, dass das Kaninchen an der Menge von Milch erstickt. Wenn das Kaninchen erstmal raus hat, wo die Milch herkommt, wird es relativ schnell an an der Spritze saugen. Aber wie bereits gesagt VORSICHT - bitte ganz langsam drücken! Sonst kann Euch das das Leben der Kaninchen kosten.

Danach erfolgt das Ankurbeln der Verdauung, was die Häsin ebenfalls tut, indem sie die Babies danach abschleckt. Wir tun das, indem wir den Bauch leicht massieren. Ausscheidungen sollten ebenfalls entfernt und die Geschlechtsorgane mit einem weichen Tuch gesäubert werden.

Je mehr Babies, desto länger dauert es natürlich und umso geringer ist der Zeitabstand zwischen den Fütterungen. Da diese Art von Aufzuchtmilch nie die Milch der Häsin ersetzen kann, die in der Regel nur 1-2 Mal pro Tag stillen muss, empfehle ich hier alle 3 Stunden zu füttern. Vielleicht wird Euch jetzt langsam klar, warum dies ein 24 Stunden Job ist. Denn alle 3 Stunden bedeutet natürlich auch in der Nacht und das ist nicht zu unterschätzen.

Geschafft haben es die Kleinen erst, wenn sie anfangen feste Nahrung zu sich zu nehmen. Natürlich wird weiterhin die Aufzuchtmilch gefüttert, die man von der Menge irgendwann wieder reduzieren kann. Bei fester Nahrung würde ich an Eurer Stelle auf besonders nährwertige Produkte, die speziell für junge Kaninchen hergestellt wurden, achten. Die Kleinen müssen noch gut gestärkt werden und müssen gut mit Vitaminen versorgt werden.

Fazit/Abschliessende Worte:

Diese Beschreibung der Handaufzucht muss natürlich nicht genauso durchgeführt werden und mit Sicherheit gibt es noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ich wollte Euch hier an meinen Erfahrungen teilnehmen lassen, die zum Erfolg führten und ein paar Ideen mit auf den Weg geben. Hängt Euch nicht an Fakten auf, wie z.B. die Menge von Milch, die man in einem Alter von x Tagen füttern soll oder auch das Mischungsverhältnis der Aufzuchtmilch. Wann man was in wieviel Tagen oder Wochen tut wird man selbst feststellen und intuitiv richtig machen. Macht Euch da mal keine Sorgen.